Wie der Minimalismus mein Leben ruiniert hat…

Ihr seid bestimmt auch schon an Bord, oder? An Bord des Minimalismus-Declutter-Aufräum-Dampfers? Vermutlich habt Ihr jetzt entweder ein herzhaftes “Ja, aber sicher!” gemurmelt oder ein kleines Schuldgefühl bekommen, weil Ihr das Gefühl habt, Ihr hättet schon längst mitmachen sollen? Man kann sich dem Thema ja auch kaum entziehen, gerade auf Pinterest und Instagram, aber auch in allen möglichen Print-Publikationen von der Frauenzeitschrift bis zur Tageszeitung-Wochenendbeilage, wird aufgeräumt und minimalisiert das die Schwarte kracht. Es ist überhaupt nicht möglich, es nicht mitzubekommen, überall räumen die Leute auf und entdecken, das es auch mit weniger geht… gut sogar! Und dann reden sie darüber, wie befreiend das ist, den alten Ballast abzuwerfen…

Nun, ich bin nicht unbedingt bekannt dafür, jeden Trend mitzumachen, aber bei diesem konnte ich mal von ganzem Herzen zustimmen und finden, das auch mein Leben ein bisschen “weniger” vertragen kann. Und das habe ich nun davon, denn nicht alles ist immer soooo toll, wie alle sagen.

Hier kommen die sechs Gründe, wie der Minimalismus mein Leben ruiniert hat:

1. Sind das noch genug Klamotten, um es eine Garderobe zu nennen?

Das war bei weitem der größte Faktor: den Schrank ausmisten. Und nach der ersten Runde habe ich noch eine zweite Runde gemacht und noch mehr ausgemistet. Und derzeit fühle ich mich schon wieder nach Runde drei… aber das, was ich jetzt noch habe, ist so wenig, kann man das tatsächlich noch eine Garderobe nennen? Das ist eigentlich ganz schön lächerlich – verglichen mit früher… und so… ÜBERSCHAUBAR

2. Einkaufen ist kein Hobby mehr

Zur Entspannung am Wochenende ein bisschen shoppen – ach, lieber nicht… Das wäre mir aber früher nie passiert! Shoppen, bummeln, mit Kaffee trinken verbinden, herrlich! Ja, man könnte sagen, das ich früher shoppen gehen wie ein Hobby betrieben habe (wo wäre auch sonst all der Krempel hergekommen 😉 ). Was mache ich denn jetzt mit all der Zeit? Ein neues Hobby suchen? Oha!

3. Das Wünschen ist so schwierig – das Schenken irgendwie auch

Ja, genau, ich will, das ihr mir NICHTS schenkt. Und wenn doch, dann Babysitten, Kinokarten oder Konzert oder ein Kaffeetrinken. Aber bitte nichts, was rumsteht… was ja übrigens auch immer geht ist Kuchen! Nur so am Rande … der würde auch sicher nicht lange herumstehen 😀 Und was schenke ich Euch, denn ich will, das ihr euer Geschenk wirklich gern mögt, aber es nicht zum Ballast wird? Klar: auch Kuchen, oder? *zwinker* Notfalls helfe ich bei der Beseitigung dieses Ballasts auch gerne mit, ich bin da sehr hilfsbereit!

4. Chemie nervt mich

Kann es sein, wir haben irgendwie die Kontrolle verloren über all die Chemie und Zusatzstoffe und was weiß ich, was in unseren Sachen steckt? Von den Lebensmitteln bis zur Kleidung, alles ist voller Zusatzstoffe. Und wenn ich hier Chemie schreibe, dann meine ich tatsächlich im Chemielabor erzeugte Stoffe, ich weiß das auch unser Körper aus Chemie besteht. Ich meine vor allem Plastik, Mikroplastik, Verpackungsplastik, etc. Auch das ganze Zeug das in den Reinigungsmitteln ist betrachte ich neuerdings sehr skeptisch. Früher mochte ich den chemischen Geruch nach dem Putzen, das war ja fast schon wie ein Beweis, das alles sauber ist. Aber inzwischen kann ich es kaum ertragen, wenn ich darüber nachdenke, was alles in dieser Flasche drin ist. Muss das sein? Ich glaube nein… und daher auch siehe Punkt 2: Einkaufen macht auch bei Lebensmitteln und Haushaltswaren einfach keinen Spaß mehr!

5. Unordnung ist so viel schwerer zu ertragen

Müll, Unnützes und die allgemeine Unordnung sind schwerer zu ertragen – und man sieht viel mehr von all dem unnützen Zeug, weil man sich ja darauf trainiert hat. Aber niemals dem Drang nachgeben! Stark bleiben! Man darf nur zuhause ausmisten und Sachen wegschmeissen, niemals bei anderen Leuten! Die mögen das allgemein nicht so gerne und dann backen sie einem am Ende auch keinen Kuchen mehr. Also Vorsicht! 😉

6. Das Glücksgefühl des endlich-wiederfindens ist selten geworden

Weil, ich weiss ja wo alles ist! Da ist es recht selten geworden, das ich irgend etwas Wichtiges suche. Demzufolge entgeht mir auch der Heureka-Moment wenn ich es endlich wiedergefunden habe! Zum Glück ist in dieser Hinsicht auf meine Kinder Verlaß, die verlegen andauernd wirklich wichtige Dinge, wie Mützen und Handschuhe, Lieblingskuscheltiere, Schulbücher oder spezielle winzige Teile für die Legos. Als Bonus bekommt man für das Auffinden von besonders wichtigen Kinderdingen dann von ihnen ein “Heureka”, strahlende Augen und ein Küsschen… darf man auch nicht unterschätzen 😉

Da hab ich nun den Salat! Da macht man mal einen Trend mit und am Ende hat man eine aufgeräumte Bude, freie Zeit und ein Gewissen… Na danke, Minimalismus!

Wie hat der Minimalismus euer Leben ruiniert? Schreibt es mir in den Kommentaren oder auf Facebook. Ich bin gespannt!

 

***Natürlich hat der Minimalismus mein Leben nicht ruiniert – der Artikel ist mit einem Augenzwinkern und einer großen Dosis Ironie zu lesen. Denn tatsächlich fühle ich mich wesentlich besser und ausgeglichener mit weniger und bin dankbar für diese Erfahrung. Es nennt sich Humor ;-)***

 

2 Gedanken zu „Wie der Minimalismus mein Leben ruiniert hat…

  1. Sehr schön. Genau so stelle ich mir das vor. Ich warte zwar noch auf den Moment im dem ich dir heftig zu nicken kann. Aber ich bin auf einem guten Weg. Was mir aber wirklich fehlt ist das Bummeln 😭

    Liebe Grüße Katrin

    • Ja, so ein bisschen bummeln ist doch eigentlich was feines… und dann merke ich doch wieder, das es mir zuviel von allem ist. Zu viele Leute, zu viele Sachen, zu viele Dinge, die ich haben wollen soll. Und dann kommt bei mir noch dazu, das ich einfach zu geizig bin *lach* ich denke immer, “das kann ich mir auch selber nähen, dann passt es auch wenigstens” und kaufe es dann doch nicht. Zum Glück habe ich gar nicht so viel Zeit all die Sachen zu nähen, die ich nähen möchte oder könnte! Ich glaube, ich gehe lieber nur Kaffee trinken… und äh, Kuchen natürlich! 😀

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