Und deswegen gibt es immer einen Prototyp!

Oder: mein peinliches Taschen-Urlaubserlebnis!

Die Szene: der letzte Urlaubsabend in Dänemark. Wir sind alle zusammen noch einmal am Strand und hoffen auf einen schönen Sonnenuntergang. Meine Eltern sind die ersten, die durch das seichte Wasser am Strand ein bisschen ins Meer laufen bis zu einer kleinen Sandbank. Die Kinder sind natürlich bald hinterher, nur die Kleinste und ich stehen noch am Strand, zusammen mit Schuhen und Jacken der anderen. Sie will nicht ins Wasser, weil es ihr zu kalt ist und der Sand zu “piekselig”. Am Strand bleiben will sie aber auch nicht, sie will zu Papa und Opa und Oma ins Wasser und das teilt sie lautstark mit.

Also die Hosenbeine hochgekrempelt, das Kind auf den Arm und die Tasche so weit beladen wie es nur möglich ist. Noch ein paar Jacken, ein paar Schuhe gegriffen und ab geht es. Ungefähr nach der Hälfte höre ich ein erstaunlich lautes reissen und es wird mir auf einmal so leicht um die Schulter… und dann sehe ich meine Tasche langsam neben mir im Wasser untergehen und ich kann absolut GAR NICHTS tun,  nicht mit Kind und Schuhen und Jacken auf dem Arm – ausser schreien, das geht. Mache ich dann auch und sofort kommt Hilfe gelaufen, jemand nimmt mir die Kleine ab, ein anderer sammelt meine triefende Tasche aus dem Wasser… den Rest könnt ihr euch denken. Strand, mit klopfendem Herzen die Wertsachen checken, notdürftig abputzen und auf die trockenen Menschen verteilen, etc. Und das ausgerechnet mir! Wie peinlich! Mein Ruf als Taschenexpertin ist in der Familie wohl bis auf weiteres lädiert 😉

Wie man sieht war es aber doch ein ganz schöner Sonnenuntergang. Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert als der Schreck. Die Gurtschlaufe ist gerissen, genau eins der Details, das für euer Modell geändert wurde! Das andere war übrigens der Reissverschluss 😉

Dieses Modell ist aus dem Shop und wie ihr seht, ist die Lasche wesentlich besser angebracht und breiter.

Hier sieht man schön, wie unpassend die Lasche war… kein Wunder, das das irgendwann reisst. Übrigens sieht man hier auch schön, das schon ein Zähnchen vom Reissverschluss fehlt. Die werden ebenfalls nicht mehr verarbeitet.

Aber: Wenn schon, denn schon! Natürlich war alles dabei: Handy, Portemonnaie, Ladekabel, Creme, diverse Kassenbons und Ausweise, so wie meine Fahrzeugpapiere, die ich nur mal eben schnell in die Innentasche gesteckt hatte, anstatt zurück in den Geldbeutel. Und natürlich war sie offen, so das tatsächlich Wasser oben reinlaufen konnte. Und so, wie das Wasser drinnen geblieben ist, schätze ich mal, sie wäre auch von außen schön wasserdicht gewesen *kicher*. Das Ladekabel hat es nicht überlebt, aber der Rest ist unversehrt.

Deswegen mache ich immer das Testmodell, bevor eine neue Tasche in den Shop kommt. Es kommt dabei nicht so sehr auf den tatsächlichen Stoff an, es geht hauptsächlich darum, ob das Modell an sich funktioniert. Ist der Eingriff gross genug? Ist der Verschluss sinnvoll? Ist der Gurt angenehm zu tragen? Dieser Prototyp wird ein paar Wochen lang getragen und auf Herz und Nieren gecheckt. Ich trage sie dann praktisch nur noch, zum Spielplatz, zum einkaufen, zum ausgehen (ja okay, das kommt nicht so oft vor wie ich wünschte… 😉 ), ich packe sie zu voll und stelle sie überall hin, auch in den Schmutz.

Gelegentlich stellen sich dann Details heraus, die ich für das tatsächliche Modell ändere… und in diesem Urlaub ist mir eindrucksvoll vorgeführt worden, warum ich diesen Prototyp-Kram überhaupt mache… auch wenn ich dadurch gelegentlich peinliche Erlebnisse habe 😉 Keine Angst also, ihr bekommt die Taschen erst zu sehen, wenn sie auf Herz und Nieren getestet wurden, bei Euch sollte das also nicht vorkommen 😉

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